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BGM vs. BGF – Ein Plädoyer für die betriebliche Gesundheitsförderung

Was ist ein betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) und was bedeutet betriebliche Gesundheitsförderung (BGF)? Wie stehen die beiden Bereiche zueinander und was sollte man bei deren Durchführung unbedingt beachten?

Man kann sagen, dass es die betriebliche Gesundheitsförderung schon deutlich vor dem betrieblichen Gesundheitsmanagement gab. Sie steht für die Durchführung von Gesundheitsmaßnahmen im Betrieb. Also auch für Einzelmaßnahmen wie Massagen oder den abendlichen Lauftreff. Häufig werden diese Einzelmaßnahmen dabei in einem etwas negativen Licht dargestellt. Es heißt „Ein Apfel macht noch lang kein BGM“ und man spricht im selben Atemzug häufig von der Maßnahmendurchführung nach dem „Gießkannenprinzip“. Dadurch soll zum Ausdruck gebracht werden, dass die betriebliche Gesundheitsförderung wenig zielführend ist. Die Maßnahmen werden vielmehr einfach angeboten und durchgeführt ohne dabei klare Ziele zu verfolgen.

Das betriebliche Gesundheitsmanagement hingegen stellt die Weiterentwicklung der betrieblichen Gesundheitsförderung dar. Es geht einen Schritt weiter indem es die betriebliche Gesundheitsförderung in einen klassischen Managementzirkel einbaut.

Wie die folgende Abbildung zeigt, positionieren sich dabei vor und nach der Durchführung einige weitere Tätigkeitsfelder. Vor der konkreten Maßnahmendurchführung müssen dazu zunächst einige Strukturen geschaffen werden. Es folgt zudem eine Analyse der Situation mit darauf angepasster Maßnahmenplanung. Nach der Durchführung erfolgt eine Auswertung und ggf. Anpassung des Programms. Durch diesen fortlaufenden Prozess soll sichergestellt werden, dass die richtigen Maßnahmen durchgeführt werden und dass sie dort ankommen wo sie auch gebraucht werden. Zudem sollen alle Interessensgruppen eines Unternehmens mit ins Boot geholt werden um einen nachhaltigen Erfolg zu sichern.

BGM-Strategieberater analysieren, planen und managen viele andere Sachen

In eben dem oben beschriebenen positiven Licht des Gesundheitsmanagements positionieren sich viele BGM-Strategieberater. Sie haben längst verstanden dass die betriebliche Gesundheitsförderung nicht viel bringt. Passend dazu sieht ihr vorgeschlagenes Maßnahmenpaket aus: Sie mahnen zur Einbindung der oberen Managementebene, propagieren umfangreiche Analysen zur Standortbestimmung und stricken vielschichtige Maßnahmenpakete für alle unterschiedlichen Zielgruppen.

Doch es ist Achtung geboten! Die zahlreichen strukturgebenden Aufgaben des betrieblichen Gesundheitsmanagements sind zwar wichtig, stellen jedoch gleichzeitig auch eine Gefahr für das Gesamtprojekt „betriebliche Gesundheit“ dar. Denn in der Praxis wachsen die Managementbereiche häufig sehr stark, während die eigentliche Gesundheitsförderung immer weiter ins Hintertreffen gerät. Die betriebliche Gesundheit findet dann mehr und mehr in strategischen Planungsrunden statt und verliert den direkten Austausch mit den Mitarbeitern.

Gefährlich wird es dann, wenn die Analysen und Planungen einem eher überschaubaren Erfolg gegenüber. Zum Beispiel weil sie schlichtweg am eigentlichen Bedarf und Interesse der Mitarbeiter vorbeigehen. Wenig verwunderlich ist, dass Investitionen ohne Erfolg schnell die ersten Kritiker auf den Plan rufen. In der Kritik stehen dann neben dem eigentlichen Gesundheitsmanagement schnell auch die verantwortlichen Personen.

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