Dies ist ein weites Thema, das ich natuerlich nicht umfassend und abschließend behandeln kann. Aber ich will Ihnen einmal die Grundbeduerfnisse bewusst machen.  Ich beziehe mich jetzt auf Dan Casriel einen New Yorker Psychotherapeuten, der sich ausfuehrlich mit dem Thema befasst hat.

Aus der Erfahrung meines Lebens heraus kann ich seinen Erkenntnissen nur zustimmen und hatte es schon in frueheren Jahren ganz aehnlich gesehen, aber nie gewagt, außer mit meiner Partnerin oder engen Freunden, ueber diese Ansaetze zu reden. Er sagte, es gibt fuenf biologische Grundbeduerfnisse des Menschen:

  1. Atmen
  2. Essen und Trinken
  3. Schlafen
  4. Sex
  5. Körperliche Nähe

Ich denke zu den Punkten 1 – 3 kann ich mir Erlaeuterungen sparen. Dieser Themenkreis ist hinlaenglich allgemein bekannt und in den Medien auch immer wieder abgehandelt worden.

Fuer die letzten beiden Punkte brauchen wir einen Mitmenschen. Sollte das Beduerfnis nach koerperlicher Naehe –also menschliche Waerme und/oder Bindung- nicht erfuellt werden, werden wir koerperlich und / oder psychisch krank, ebenso wie bei mangelndem Schlaf- oder Fluessigkeits- und Nahrungsentzug. Die Auswirkungen sind unterschiedlich, aber es kommt in jedem Fall zu Stoerungen, die bei, sagen wir, zum Beispiel Schlafstoerungen beginnen koennen und im Extremfall in einem Verbrechen, also einer psychischen Stoerung, zu Tage treten , je nach Veranlagung und Umfeld.

Ich denke, wenn sie sich die Zeit nehmen und etwas darueber nachdenken, werden Ihnen sicher Beispiele aus ihrem Umfeld einfallen, wo durch diesen Mangel koerperliche und/oder psychische Stoerungen aufgetreten sind.

Wir sollten das Alleinsein nicht zu leicht nehmen und uns mit Ausfluechten der Verantwortung fuer uns selbst entziehen, frueher oder spaeter bekommen wir die Rechnung praesentiert. In juengeren Jahren wird dieses Beduerfnis oft mit einem Uebermaß an Arbeit substituiert und es faellt scheinbar nicht so ins Gewicht im taeglichen Leben, aber viele der Missgeschicke, die diese Menschen erleiden muessen, haben oft hier ihre Ursache. Wir Menschen sind einfach nicht fuer das Alleinsein geschaffen, das sagt uns ja auch schon unsere Biologie und für bibelfeste Leser verweise ich auf die Schoepfungsgeschichte.

Ganz bewusst setze ich in diesem Teil die Sexualitaet an den Schluss. Ich will nicht den Anschein erwecken Sexualitaet sei alles, aber ohne Zweifel ist ohne gelebte Sexualitaet und deren bewusste Akzeptanz alles nichts! Wer erwartet, dass ich mich jetzt ueber zoelibataere Strukturen auslasse, der irrt. Hierueber moege sich jeder sein eigenes Bild machen. Sicher aber ist in meinen Augen aber eines: Das Zoelibat ist wider die Natur und verleugnet einen unserer Urinstinkte in Bezug auf das Leben. Wer sich gegen gleichgeschlechtliche Strukturen richtet und dagegen empoert, sollte erst einmal in seinem eigenen Bereich lebensbejahend  wirken.

Ich verrate kein Geheimnis, wenn ich feststelle, dass trotz Aufklaerung und oeffentlicher Diskussionen zu diesem Thema sehr, sehr vieles im Argen liegt. Vielleicht gerade weil auch in der Oeffentlichkeit zuviel und zu einseitig das Thema abgehandelt wird. Die erzieherischen Informationen und eine gewisse Kultur fehlen fast vollkommen.

Noch immer ist das groesste Hemmnis in der Sexualitaet unsere Sprache. Was die Sprache nicht erreicht, so scheint es, wird durch Pornographie substituiert. Aber was bringt uns denn die Pornographie? Sicher keine kultivierte Sexualitaet sondern Sex im Schnellverfahrenwas nicht zu der ersehnten tiefen Befriedigung von Frau und Mann fuehrt. Natuerlich hat auch ein Quicky seine Berechtigung, aber wir sollten es nicht zur dauerhaften Gewohnheit werden lassen. Und dann wundern wir uns, wenn einiges in unserer Beziehung schief geht. Ja wir haben es nicht geschafft, jedenfalls die meisten nicht, bei diesem Thema jede Unbefangenheit abzulegen. Aus eigener Erfahrung kann ich davon ein Lied singen. Ich werde spaeter noch darauf eingehen.

Wir sollten uns aber bewusst machen, dass wir mit dieser Gabe der Sexualitaet nicht nur ein wunderbares Geschenk von der Schoepfung empfangen haben, sondern dass wir damit auch zu unserem eigenen Nutzen und zum  Nutzen  unseres Partners verantwortungsbewusst umgehen sollten, in dem wir diese Gabe nicht verkuemmern lassen und in dem wir sie kultivieren.